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Regen 1. Februar 2019 - Viechtacher Bayerwald-Bote

Feuerwehren auf Nachwuchssuche

Mittlerweile gibt es im Landkreis 18 Kinderfeuerwehren

Regen. Die Zahl der Kinderfeuerwehren in Bayern steigt. Das meldet der Landesfeuerwehrverband Bayern (LFV Bayern). Den Landestrend bestätigen auch die Feuerwehren im Landkreis Regen. Die Kinderfeuerwehren sind eine Vorstufe zur Jugendfeuerwehr, bei der jedoch kein Feuerwehrdienst geleistet wird.
Zum 1. Januar 2017 konnten die bayerischen Feuerwehren 394 Kindergruppen mit 5216 Kindern vorweisen. Ein Jahr später, 1. Januar 2018, waren es schon 8224 Kinder in 607 Kinderfeuerwehren. Das ist ein rasanter Anstieg von 54 Prozent.
So auch im Landkreis Regen. Wagte vor sieben Jahren die Freiwillige Feuerwehr Regen den Start, eine Kindergruppe in ihrer Wehr zu gründen, sind mittlerweile 291 Kinder (Stand 12/2017) in 18 Kinderfeuerwehren im Alter zwischen sechs und elf Jahren Mitglieder. Und dies über den gesamten Landkreis verteilt, berichten Kreisbrandmeister Martin Sterl und Elisabeth Kuffner, die im Kreisfeuerwehrverband bzw. der Kreisbrandinspektion für den Feuerwehrnachwuchs zuständig sind.
Warum eine Kinderfeuerwehr? Die Nachwuchssorgen bei den Feuerwehren werden immer größer, weil die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt. Außerdem ist die Gründung von Kinderfeuerwehren auch eine Reaktion auf „Konkurrenz“ und ein Überangebot durch (Sport-)Vereine. Zudem wurde das Herabsetzen des Eintrittsalters in die Jugendfeuerwehr (unter zwölf Jahre) vom LFV Bayern und der Jugendfeuerwehr Bayern aus guten Gründen nicht genehmigt: Die körperliche Konstitution von Kindern unter zwölf Jahre erlaubt es nicht, mit regulären feuerwehrtechnischen Geräten zu „arbeiten“, zudem ist eine völlig andere pädagogische Betreuung notwendig.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Neben den bürokratischen Tätigkeiten, die einer Gründung vorausgehen, wie zum Beispiel entsprechende Satzungsänderung und Abklärung mit der Kommune, ist es enorm wichtig, ein Betreuerteam zu haben. Dieses Team sollte über Kenntnis, Fähigkeit und Fertigkeit im Umgang mit Kindern besitzen, eine klare Zielsetzung über die Arbeit in der Kinderfeuerwehr verfügen und eine enge Kooperation mit der Führungsriege der eigenen Wehr anstreben.
Was macht eine Kinderfeuerwehr? Bei den ganz kleinen Floriansjüngern wird keine klassische Feuerwehrtätigkeit durchgeführt. In den Gruppenstunden sollen sich die feuerwehrtechnischen Themen auf nur ungefähr 30 Prozent belaufen und 70 Prozent auf allgemeine Themen der Kinder- und Jugendarbeit. Dabei gibt es eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten – vorzugsweise mit Feuerwehrbezug. Rallyes quer über das Feuerwehrhausgelände können genauso gut durchgeführt werden wie auch gemeinsame Ausflüge oder die Teilnahme an Umzügen. Ein wichtiges Augenmerk soll auch auf die Brandschutzerziehung gelegt werden. Auch hier stehen dem Betreuerteam viele Möglichkeiten zur Verfügung. Der Kreisfeuerwehrverband bietet hierzu unterstützend das so genannte Rauchhaus und die Brandschutzerziehungskoffer (für Kindergarten und Schulkinder) kostenlos zum Ausleihen an.
Was sind die Ziele einer Kinderfeuerwehr? Ganz wichtig: Allgemein, spielerische und mit ganz viel Spaß und Freude an das Thema „Feuerwehr“ heranführen. Damit verbunden ist, das Interesse und die Faszination an der und für die Feuerwehr zu wecken und zu intensivieren Aber auch die Arbeit mit Kindern fördern, und diese im Umgang miteinander – in Kameradschaft, Freundschaft und Teamfähigkeit – zu sensibilisieren.
Kinderfeuerwehr – Jugendfeuerwehr: Diese beiden Bereiche sollten sowohl in personeller, terminlicher und inhaltlicher Hinsicht klar getrennt werden. Die Kinderfeuerwehr ist als eigener Bereich in der Feuerwehr zu positionieren. Dennoch gilt: Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr sollen keine konkurrierende Einrichtungen sein, sondern sich zielführend ergänzen. Rund 300 Kinder in den Kinderfeuerwehren des Landkreises – eine Zahl die den Erfolg erkennen lässt, und ein „Trend“ der anhält – so wurde zum Beispiel gleich zu Jahresbeginn bei der Freiwilligen Feuerwehr Gotteszell eine Kinderfeuerwehr gegründet. Weitere Wehren, unter anderem die Feuerwehren aus Ruhmannsfelden und Schlatzendorf, stecken in der Vorbereitung und werden in Kürze Kinder in den eigenen Reihen aufnehmen.
Für Fragen rund um das Thema „Kinderfeuerwehr“ stehen im Landkreis Regen Kreisbrandmeister „Jugend“ und KFV-Vorsitzender Martin Sterl sowie FBL „Kinderfeuerwehr“ Elisabeth Kuffner jederzeit gerne zur Verfügung. bb


09.10.2018 Viechtacher Bayerwald-Bote

Helfer vor Ort zu Besuch bei der Kinderfeuerwehr

Patersdorf. "Erste Hilfe" lautet das Motto für die diesjährigen Gruppenstunden der Kinderfeuerwehr Patersdorf. Dazu stand beim jüngsten Monatstreff ein Besuch der Helfer vor Ort Ruhmannsfelden auf dem Programm. Da bereits im Frühjahr das BRK Deggendorf besucht worden war und auch in den Gruppenstunden viele Themen um die Erste Hilfe angeboten wurden, war Dominik Plötz erstaunt, dass die Kinder viele seiner Fragen zu dieser Thematik bereits beantworten konnten. Trotzdem zeigte sich, dass der Besuch und die Vorstellung der Tätigkeiten der Helfer vor Ort für die Kinder sehr wichtig waren. Vielen war bereits zwar das Einsatzfahrzeug bekannt, jedoch gab es hinsichtlich der Unterscheidung Helfer vor Ort – Notarzt – Krankenwagen Klärungsbedarf. Die Kinder waren erstaunt, dass es im Einsatzfahrzeug selbst sehr viel Equipment gibt, um somit einer verunglückten Person bis zum Eintreffen des Notarztes helfen zu können. Dominik Plötz erklärte, dass die Helfer vor Ort oft Minuten vor dem Notarzt oder dem Rettungswagen am Einsatzort sind und hier schon sehr wichtige Hilfe am Patienten geleistet werden kann. Das Betreuerteam um Erwin Haslböck dankte Dominik Plötz für sein Engagement und die geopferte Zeit. Gerade in der heutigen Zeit sei es nicht selbstverständlich für ein geleistetes Ehrenamt die Anerkennung zu bekommen, welche jeder einzelne verdient hätte. Die nächste Gruppenstunde der Kinderfeuerwehr Patersdorf findet am Freitag, 26. Oktober, ab 17 Uhr im Gerätehaus Patersdorf statt. Interessierte Kinder und Eltern sind jederzeit herzlich eingeladen, um an der eineinhalbstündigen Veranstaltung teilzunehmen. − vbb/Foto: Haslböck